SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER, CARSTEN FASTNER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

Der Familie ist nicht zu entkommen, im Leben nicht und auch nicht auf der Bühne. Familiengeschichten liefern laufend Dramenstoff: Ein beliebtes Motiv ist dabei das gemeinsame Essen, das ganz manierlich beginnt und schließlich in einer furchtbaren Enthüllung endet. Nach diesem Muster ist "Die Erzählung der ganzen Geschichte" des deutschen Dramatikers Ulrich Zieger im dietheater Künstlerhaus angelegt. Etwas irreführend ist der Titel: Die ganze Geschichte dieser versprengten Familie wird nämlich keineswegs erzählt. Bestenfalls werden einige Gründe für die angespannte Beziehung zwischen einem senilen Vater und dessen beiden Söhnen angedeutet. Auf der bis auf den Esstisch leer geräumten Bühne löffeln drei Schauspieler etwas manieriert ihre Suppe und knallen sich effektvoll das Hors d'oeuvre um die Ohren. Was an ihrem Familiendrama allerdings wahr und was lediglich erfunden ist - darüber sind sich die Familienmitglieder im Verlauf des Abends immer weniger einig. Und auch als Zuschauer


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