Ein Mann sieht rot

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

LITERATUR. Wolf Haas schickt seinen Detektiv Simon Brenner nach Graz zurück und schenkt ihm "Das ewige Leben". 

Es gibt Krimis, in denen die Physis der Protagonisten allenfalls durch etwas stärkere Absonderung von Eigenschweiß in Mitleidenschaft gezogen wird (man denke an Hercule Poirot oder Pater Brown), und solche, in denen sie ordentlich was auf die Mütze kriegen. So betrachtet, steht Privatdetektiv Simon Brenner eindeutig in der Tradition der hard boiled novel und muss sich "Das ewige Leben" durch eine Reihe von Abreibungen verdienen, die selbst Philip Marlowe und Sam Spade nur mit einer ganz, ganz großen Portion Whisky & Aspro bewältigt hätten.

  "Das ewige Leben", Wolf Haas' jüngster und definitiv (?) letzter Brenner-Krimi, endet in einer Sch(l)usseinstellung, die eher einem Gedicht des konkreten Lyrikers Eugen Gomringer ähnelt als dem typischen "Haas-Sound" und in der das Wort "ding" 400-mal wiederholt wird. Wie in einem Film-Freeze wird die Action in einem dramatischen


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