Kunst kurz

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

Entgegen dem Trend zu aufwendigen Videoinstallationen und digitaler Bildbearbeitung beweisen zwei aktuelle Wiener Ausstellungen, wie viel Reiz und Bedeutung mit ärmlichen Materialien erzeugt werden kann. "If the hippies cut their hair ... I don't care, I don't care" nennt sich - den Jimi-Hendrix-Song "If 6 Was 9" zitierend - die zweite Schau der erst kürzlich eröffneten Galerie Michael Hall (bis 6.3.). Hier wird einem ganz warm ums Herz: Vor allem die unprätentiös-einfachen Skulpturen des Deutschen Florian Morlat strahlen Charme und Gelassenheit eines "Summer of Love" aus, als würden sie für besonders glückliche Momente im Leben stehen, in denen man mit ganz wenig auskommt. So wächst zum Beispiel bei Morlats mit leichter Hand am Boden arrangierten Arbeiten Stroh aus einem bunten Hemdsärmel und lässt an Vogelscheuchen denken. Auf liebevolle Weise ironisiert der Kalifornier Thaddeus Strode in Collagen die Surfkultur seiner Heimat. Unbekümmert gibt sich auch Strodes US-Kollegin


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