Ratte braucht Kontrolle

Stadtleben | JULIA ORTNER und CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

RATTENKAMPF. Die Tiere mit den fiesen Bakterien im Pelz kommen aus dem Kanal, verseuchen Essen, bringen tödliche Seuchen mit. Nach der Abschaffung des Rattengesetzes fürchten Experten jetzt, dass es wieder mehr Ratten geben wird. Blanke Hysterie oder muss sich das saubere Österreich fürchten? 

Vierzehn Tage, sagt Andreas Tomasch, länger bräuchten Ratten nicht, um in eine dicke hölzerne Kellertür einen ordentlichen Durchgang zu nagen. "Unbefestigte Kellerböden werden in noch kürzerer Zeit untergraben." Ein schlampiger Keller in einem Gründerzeithaus, der junge Mann mit der Arbeitsjacke schaufelt blaues, staubiges Rattengift vor das Rattenloch: eine Mischung aus Semmelbröseln, Haferflocken und Oxycumarinderivat. Die Substanz lässt die Nagetiere langsam innerlich verbluten - aber schmerzlos, behauptet zumindest der Rattenjäger. Tomasch notiert das Datum seines Besuchs auf einem Warnpickerl an der Kellerwand. Als Gegenmittel gegen die tödliche Mischung wird dort Vitamin K1 empfohlen:


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