BIOLOGISCH BETRACHTET: Opfer des Zimmerförsters

Stadtleben | PETER IWANIEWICZ | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

Alfred Brehm, Zoodirektor in Hamburg und Autor des gleichnamigen Lexikons, wusste, was richtiges "Ungeziefer" ausmacht: "Fehlt nur noch", räsonierte er über die Ratten, "dass sie sich an Schnaps berauschten, dann würden sie sämtliche Nahrungs- und Genussmittel, die das menschliche Geschlecht verbraucht, aufzehren helfen." In Konkurrenz zum Menschen standen diese Nager von jeher, aber auch als spiegelbildliche Projektionsfläche, in der sich alle unsere Ängste und Vorurteile sammeln, muss diese Tierart herhalten. Peter Turrini spricht in seiner "rozznjogd" aus, was dem Wiener aufstößt: "Wenn ich mir so überlege, dass die schleimigen Viecher, die Ratten, wahrscheinlich die Atombombe überleben werden, krieg ich einen Zorn. Uns zerreißt es in lauter Fetzen (...) und Milliarden von Ratten fressen unsere verbrannten Flaxen auf ..."

  Der Psychoanalytiker Sigmund Freud deutete im Fall seines "Rattenmanns" die Ratte als Symbol für das Geschlechtsglied, Unrat und auch Geld. Im Sprachgebrauch


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