Fair blühen

Stadtleben | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 07/03 vom 12.02.2003

BLUMEN. Am 14.2. ist Valentinstag: Wer auch diesen Quatsch mitmachen muss, sollte wenigstens fair produzierte Blumen verschenken.

Am 14. 2. ist Valentinstag: Der American Way of Life setzt sich weiter durch. Und deshalb wird diesen Freitag in Geschenkboutiquen, Zuckerlgeschäften und Blumenhandlungen auch wieder die Hölle los sein. Wer der oder dem Liebsten tatsächlich einen Strauß in die Hand drücken will, sieht sich im Handel mit einer überaus großen Auswahl an Schnittblumen konfrontiert. Und weil in unseren Breiten zurzeit Blumen nur drinnen gedeihen (wenn überhaupt), müssen Rosen, Nelken und Co importiert werden. Fast die Hälfte der in Österreich verkauften Blumen kommen aus Ländern wie Ecuador, Kolumbien, Kenia oder Simbabwe.

Dabei bleiben bei der Produktion die Arbeitsbedingungen oft auf der Strecke: Unzureichender Arbeitsschutz führt zu Unfällen, die Anwendung von Spritzmitteln zu Vergiftungen, unfaire Arbeitsverträge und Arbeitszeiten verursachen familiäre Probleme. Vor fünf Jahren haben sich in Deutschland Menschenrechtsorganisationen, Kirchen und Gewerkschaften mit dem Blumenhandel zusammengetan und untersucht, wie das Geschäft mit der Blütenpracht sozialer gestaltet werden kann: Das Flower Label Program (FLP) wurde ins Leben gerufen. Es legt Richtlinien für die menschenwürdige und umweltschonende Blumenproduktion fest und organisiert den Vertrieb. Die Menschenrechtsorganisation FIAN, eine der Initiativgruppen, arbeitet auch in Österreich am fairen Blumenhandel. "Wir sind noch in der Pionierphase", sagt Lisa Sterzinger von FIAN. Derzeit gäbe es noch Probleme bei der Kennzeichnung fair produzierter Ware. Sie empfiehlt Konsumenten, bei Blumenhändlern nachzufragen. Denn wo Nachfrage ist, gibt es auch Bedarf, der den fairen Handel regelt. Nicht nur zu Sankt Valentin.


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