VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

... berichteten K. Novy und W. Förster Neues von der wachsenden Ausstellung "Die Wiener Siedlerbewegung 1918-34"

Die Ausstellung "Die Wiener Siedlerbewegung 1918-1934" hat ihre Wanderung durch Wiener Siedlungen der Zwischenkriegszeit begonnen. Grundidee der Ausstellungskonzeption ist es, dass in der ersten "wachsenden" Phase die Bewohner der Siedlungen angesprochen werden sollen, einerseits um mehr (Bild-)Material und Informationen über die Koloniegeschichte zu erhalten, zum anderen um eine Debatte unter den Bewohnern anzustoßen, dass diese die Gestaltung ihrer Siedlung wieder selbstbewusster als in den letzten Jahrzehnten in die Hand nehmen, wo es zunehmend schwierig wurde, jüngere Bewohner für das ursprüngliche wohnkulturelle Anliegen zu gewinnen. In einer zweiten Phase wird die ursprünglich kleine Ausstellung konzeptionell überarbeitet und um das neue Material erweitert. Durch diese Rückbesinnung auf die ursprünglichen Ideen der Wohnungsreform und Bewohnerselbstverwaltung soll dann in der allgemeinen Öffentlichkeit der Prozess der Neuorientierung in der Frage der Wohnungspolitik unterstützt werden.

  Schon die erste Station - die kleine Kolonie "Hoffingergasse" im zwölften Bezirk - hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Das Überraschende für den Außenstehenden ist das Ausmaß der noch vorhandenen Gemeinschaftsformen, im Alltäglichen - etwa bei der kollektiven Selbstversorgung mit Reparaturleistungen über einen gemeinsamen Bauhof - und im Besonderen - etwa in der regen und aktiven Teilnahme am Ausstellungsprojekt. Am Eröffnungsabend erlebten wir, dass der Funke auf einige jüngere Siedlungsbewohner übersprang, die sich bislang wenig um Anschluss an die spezifische Koloniekultur gekümmert hatten.


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