STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

Als "Amélies dunkle Seite" bewirbt sich das Debüt der französischen Filmemacherin Laetitia Colombani: "Wahnsinnig verliebt" ("À la folie ... pas du tout") beginnt dementsprechend mit dem publikumswirksamen, verklärten Lächeln des Amélie-Stars Audrey Tautou, das im Lauf dieses vorhersehbaren und klischeehaften Psychothrillers zunehmend ins Psychotische kippt. Offenbar haben aktuelle Versionen professioneller Drehbuchsoftware eine Art "Überraschungs-Engine" eingebaut - anders ist es schwer zu erklären, warum jeder x-beliebige Standardthriller seit "Fight Club" glaubt, in der Mitte plötzlich selbstreflexiv zurückblicken zu müssen, um das davor Gesehene als ach so arge Täuschung eines schizophrenen Protagonisten zu enthüllen. Das zu verraten war jetzt wahrscheinlich gemein - aber keine Sorge, man sieht den twist schon meilenweit kommen.

  Origineller sein zu wollen, als man ist, das ist das Problem, an dem das (durchaus ambitionierte) Drama "Fickende Fische" krankt. Es beginnt


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