Menschen im Hotel

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

LITERATUR. Liebe in Zeiten von E-Mail und ein Leben im Schatten der Apparatemedizin: Evelyn Schlag und Marianne Gruber muten ihren Protagonistinnen einiges zu. 

Das Hotel ist vielleicht nicht der statistisch relevanteste, wohl aber der schlechthin klassische Ort des Betrugs. Wenn sich zwei Menschen an der Rezeption als Mr. und Mrs. Smith eintragen, stehen die Chancen darauf, dass es sich tatsächlich um das Ehepaar Smith handelt, wohl kaum höher, als dass, sagen wir, Mr. Smoergasbord und Mrs. Fitzwater einen zünftigen Ehebruch im Sinne haben. Häufiger noch als der zielstrebig in kurzzeitig angemieteten Hotelzimmern vollzogene ehebrecherische Geschlechtsverkehr ist derjenige, der einfach "passiert", weil die Umstände - sagen wir: Betriebsausflug - günstig sind.

  Ein spezieller Fall liegt dort vor, wo zwei miteinander ins Bett gehen, aber dann eh nichts "passiert" - man sich also erst recht die Frage stellen muss, was da nun eigentlich passiert sei. Von einem solchen erzählt Evelyn


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