"Das sind keine Deppen!"

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

LITERATUR. Walter Pilar erstellt in seinem autobiografischen Romanzyklus "Lebenssee" eine Archäologie der Zweiten Republik. Mit dem "Falter" sprach er über seine Kindheit, seinen Schulkollegen Jörg Haider und die Verkrampftheit der 68er. 

Als "Lebenssee" bezeichnet der 1948 im oberösterreichischen Ebensee am Traunsee geborene Walter Pilar seine auf vier Bände angelegte "skurreale Entwicklungsromanesque", eine Archäologie der Zweiten Republik in Texten und Bildern. Seine querköpfige, widerspenstige Betonung des Regionalen und Lokalen, die Verwendung von Dialekt und Umgangssprache in einer eigens dafür entwickelten Lautschrift machen den viel zu wenig bekannten "Sprachinstalatör" Pilar zu einem der großen Autoren der österreichischen Gegenwartsliteratur. Maßgeblich von der Wiener Gruppe und Ernst Jandl beeinflusst, schaut Pilar dem Volk aufs Maul - respektlos im Umgang auch mit großen Zeitgenossen wie etwa Thomas Bernhard, den der jugendliche Pilar auf dem Hauptplatz von Gmunden


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