Aufgeblättert

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

Jetzt ist er wieder einmal in allen Medien: der Krieg, der stattfindet oder nicht. Nach der Definition der deutschen Kulturjournalisten und -theoretiker Tom Holert (Spex) und Mark Terkessidis (Die Zeit, taz) begleitete uns aber auch in den friedlicheren Phasen der letzten dreißig Jahre eine martialische Obsession. Ihr zwischen Reportage und Kulturkritik angesiedeltes Buch "Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert" beginnt mit einem Besuch der Autoren in der Bar Apocalypse Now in Ho-Chi-Minh-Stadt. Auf die Beschreibung des Kriegsschauplatz-Tourismus vor Ort folgt eine aufschlussreiche Analyse des Genres Vietnam-Film bzw. "Antikriegsfilm", die zeigt, wie in der massenmedialen Verwertung der US-Niederlage die Unterschiede zwischen der Jugendkultur der Hippies und der G.I.s zunehmend eingeebnet wurden. Die fünf weiteren Kapitel des Buches behandeln so unterschiedliche "Kriegszenarios" wie den Amoklauf eines deutschen Schülers, den Kosovo nach dem Krieg und - selbstverständlich


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