NÜCHTERN BETRACHTET: Ich breche eine Lanze für den Nebel

Kultur | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

Zugegeben, angesichts der derzeitigen erstaunlich lichten Wetterlage, gegen die ich auch absolut nichts einzuwenden habe - nicht umsonst wurde die "Wintasun" von den führenden Barden dieses Landes in unvergänglichen Liedern gepriesen -, ist es heikel, eine Lanze für den Nebel brechen zu wollen; auch will ich mir keineswegs nachsagen lassen, kein Mitgefühl für jene aufzubringen, die in Schwermut versinken, wenn man ihnen die große Lampe ausknipst ... Andererseits: Die Sonne hat die besten PR-Agenturen der Welt, sämtliche heimische Spitzenkolumnisten zählen und loben die Februarsonnentage, da kann ich schon aus schierem Distinktionsgewinnlertum nicht anders, als dem Nebel ein bisschen den Nacken zu kraulen. Seine Macht wird zudem auch oft grotesk übertrieben. Selten beherrscht er unser kleines Land wirklich flächendeckend, meist reißt er, fährt man aus Wien weg, bereits nach Wiener Neustadt auf. Und wenn er sich einmal so richtig einnistet, soll man das demütig als Wink des Schicksals


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