Stadtrand: Mind the gap

Stadtleben | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

Nachdem es auf U-Bahn-Stationen mit besonders großem Spalt zwischen Plattform und eingefahrener U-Bahn in der Vergangenheit mehrfach zu Unfällen mit Kindern gekommen ist, beginnen die Wiener Linien nun damit, die Situation an gebogenen Bahnsteigkanten zu entschärfen. Diese Woche wurden bei der U2 am Karlsplatz - einem besonders gebogenen U-Bahn-Bahnhof - Lichterketten installiert, die die Aufmerksamkeit der Fahrgäste auf den Spalt lenken sollen. Bis vor einem Jahr gab es an dieser gefährlichen Stelle bereits schon einmal Lichtsignale. Allerdings in Form von gelben Stroboskop-Blitzen, die, das haben Psychologen jetzt herausgefunden, bei den Fahrgästen eher Angst und Furcht auslösten. Jetzt spielts also Dauerweihnachtsbeleuchtung am Karlsplatz - zunächst im Testbetrieb, demnächst auch an acht weiteren Stationen.

Die Londoner, ohnehin Pioniere in Sachen Massenbeförderung im Untergrund, sichern gebogene U-Bahn-Bahnsteige wie bei der Bank- oder Waterloo-Station ja akustisch: "Mind the gap", warnt dort eine (mittlerweile weibliche) Tonbandstimme vor dem Absturz. Doch egal ob hysterisch-nervige Warnstimme oder psychologisch-beruhigende Warnlampe: Auf die Spalte schauen muss ohnehin jeder selbst. C. W.


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