Twilight Zone

MATTHIAS DUSINI | Stadtleben | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

NEON. Was Las Vegas mit Wien und die Luxusboutique mit dem Bordell gemeinsam haben: die Neonwerbung. Kaum eine andere Erfindung hat das Gesicht der Metropolen so stark verändert. In Wien sorgt Neonfreak Dusty Sprengnagel dafür, dass das Neonlicht nie ausgeht. 

Unruhig wälzt er sich, von Albträumen geplagt, im Bett herum. Die Luft ist stickig heiß; durch das geöffnete Fenster dringen die Geräusche der Sommernacht: der nie versiegende Fluss der Autos, das Gekicher und Gekreische von Jugendlichen auf dem Nachhauseweg. Er wacht auf, das Bett neben ihm ist leer. Seine Katze Jenny hat sich gestern durch das Fenster davongemacht, und er kennt den Grund: Die grellrot blinkende Neonreklame mit dem Schriftzug für einen Nightclub, die penetrante Farbflecken auf die Schlafzimmerwand wirft.

  Um eine solche klassische, in Hunderten Filmen variierte Alltagszene zu erleben, muss der Großstadtneurotiker schon einige Flugstunden von Wien entfernt wohnen. Auf der Kärntner Straße, wo sich noch

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