NEON, HANDGEMACHT: Zurück ins 19. Jahrhundert

Stadtleben | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

Glas ist ein dankbares Material", sagt der Glasbläser Damir Dordevic, der sich auf das Herstellen von Neonlampen spezialisiert hat. "Man kann alles mit ihm machen - wenn man es nur kann." Seitdem Georges Claude 1913 in Paris mit der Produktion von Neonzeichen begonnen hat, ist die Fabrikation ziemlich unverändert geblieben. Man fühlt sich an eine Manufaktur des 19. Jahrhunderts erinnert, wenn Dordevic mit einem Bunsenbrenner die Glasröhren nach einer Entwurfszeichnung formt. Das breite Lichtspektrum von Neonlampen wird durch zwei Faktoren ermöglicht: Einerseits überzieht Dordevic das transparente Glas mit einer Metallstaubschicht, die das Licht in unterschiedlichen Farbnuancen filtert. Und die Lichtfarbe selbst hängt vom verwendeten Edelgas ab. Reines Neon brennt rot, Argon blau. In den industriell gefertigten Neonlampen - die richtige Bezeichnung der Leuchtstofflampe ist die Niederspannungsfluoreszenzlampe - ist gar kein Neon drin, sondern eine Mischung anderer Gase. Außerdem werden handelsübliche Neonlampen mit einer normalen 220-Volt-Niederspannung betrieben. Richtige Neonlampen werden von einem Trafo durch zwei Elektroden auf Hochspannung gebracht. Bevor es aber dazu kommt, muss der Glasbläser ein Vakuum in den Röhren erzeugen - zum Beispiel indem er Quecksilber verdunsten lässt -, damit das Neon so richtig zu brutzeln beginnt.

M. D.


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