Im Kreislauf der Gewalt

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 08/03 vom 19.02.2003

WEGWEISUNG. 1468 Gewalttäter wurden in Wien 2002 nach dem Gewaltschutzgesetz ihrer Wohnung verwiesen. Doch immer wieder versagt das System: Zu wenig Geld, zu wenig Personal und Lücken im Gesetz fordern manchmal sogar Todesopfer. 

Jahrelang wurde sie misshandelt und bedroht. Die 33-jährige Frau hat alles probiert, um mit ihren drei Kindern von ihrem Ehemann wegzukommen - gelungen ist es ihr nicht mehr. Zwei Tage, nachdem die Staatsanwaltschaft die Anzeige gegen ihn wegen "mangelnder Strafwürdigkeit" eingestellt hatte, erschoss er sie. In den Jahren davor hatte die junge Zuwanderin den krankhaft eifersüchtigen Mann zwei Mal von der Polizei aus der gemeinsamen Wohnung wegweisen lassen - beide Male kehrte er nach der Zehntagesfrist wieder zurück. Nach einer Morddrohung gegen sie wurde er wegen "gefährlicher Drohung" angezeigt, allerdings nur auf freiem Fuß, und - lebte weiterhin bei der Familie. Bis zu dem Tag, an dem er seine Waffe zog. Jetzt sitzt der Vater im Gefängnis, die drei


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