Alte Meister, alter Stil

Vorwort | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Schwarz-Blau 2: Auf Sprudelsprech folgt Schwurbeltalk. Die Botschaft ist trotzdem nicht zu überhören. 

Jede Geschichte ereigne sich zwei Mal, heißt es, einmal als Tragödie und dann als Farce. Heute kann man, auf unser schönes Land bezogen, behaupten, die Geschichte ereigne sich zwei Mal, als Farce und als Farce. Was heißt zwei Mal? Immer wieder, immer wieder ... Auf das Schmierentheater von Schwarz-Blau eins folgt unter nicht weniger schmierig-schauderlichen, aber weniger unterhaltsamen Umständen nun Schwarz-Blau zwei. Drei Dinge lassen sich über die Fortsetzung sicher sagen: Sie hat keinen Charme. Das Publikum zeigt Ermüdung und Überdruss, es hört weg. Trotzdem wird es die Show bezahlen müssen.

Auf der Bühne reden und schweigen sie einander wieder schön. Da tragen sie einander wieder auf Händen, während sie bereits nach der geeigneten Stelle für den Dolchstoß tasten. Für uns, die doch noch zuhören, heißt es, die groben Handschuhe anziehen,


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