Der Gott der Quote

Vorwort | JOSEF HASLINGER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

ORF. Nachdem sich der ORF von der Kunst verabschiedet hat, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich vom ORF zu verabschieden. 

Ein kurzer Blick in mein privates Archiv sagt mir, dass ich im Laufe meines literarischen Lebens für den ORF gut hundert Stunden Sendezeit gestaltet habe, davon den Großteil für den Hörfunk und davon wiederum den Großteil unentgeltlich. Entgegen den Gepflogenheiten der meisten deutschen Sender zahlte der ORF für Interviews und Gespräche mit mir keine Honorare, auch nicht, wenn daraus eigene Sendungen entstanden, und auch nicht, wenn diese wiederholt wurden. Warum ich mir das gefallen ließ? Ich empfand es nicht einmal als Zumutung.

  Als ich noch vorwiegend in Österreich lebte, ist zu einigen ORF-Redakteuren ein Freundschaftsverhältnis entstanden. Sie riefen bei mir an, Josef, könntest du uns dies machen, und Josef, könntest du uns dazu etwas sagen - und da ich ganz in der Nähe wohnte, saß ich zehn Minuten später im Studio. Ich ging im ORF-Gebäude


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