"Zögerlich und fallenreich"

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

NS-AUFARBEITUNG. Der Endbericht der Historikerkommission liegt vor. Er enthüllt, wer bei der Restitution durch die Finger schaute, wie viel die Republik zurückgab und wie die Regierungen die Generation der Täter beschwichtigten. Bis heute. 

Die Regierung sah das immer so: Österreich habe bei der Restitution schon bisher mehr als andere Länder getan, verkündete der Bundeskanzler vorsorglich, als Anwälte von NS-Opfern dem Land eine Klagsflut androhten. Die schwarz-blaue Regierungsbeauftragte Maria Schaumayer assistierte: "Es werden nicht allzu viele Lücken da sein."

  Die Israelitische Kultusgemeinde war ganz anderer Meinung. In der Zweiten Republik seien "nur Bruchstücke" des geraubten Eigentums zurückgegeben worden, sagte ihr Präsident Ariel Muzicant. Als er mit Wolfgang Schüssel um die Rückgabe "arisierter" Vermögen im vermeintlichen Eigentum von Bund, Ländern und Gemeinden stritt, schimpfte er: "Es gibt offenbar den Willen, Werte, an denen das Blut der Opfer klebt, weiter


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