Schranken für den Hegemon

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

IRAKKRISE. Nicht Ölinteressen bestimmen die US-Politik, sondern imperiale Handlungslogik. Ein Plädoyer für einen aufgeklärten Antiamerikanismus. 

Von Antonio Gramsci stammt der hübsche Satz: "Wir alle sind heute Marxisten, irgendwie." Wie wahr, wie wahr: Ein vulgarisierter Marxismus ist zum Common Sense geworden. Dass nicht das Bewusstsein das Sein, sondern das Sein das Bewusstsein bestimmt, dieses Marx'sche Postulat ist heutzutage in eine pausbäckige Hermeneutik des Verdachts ausgeronnen, die dem Gegner im Meinungsstreit gar keine Chance mehr gibt: Was immer diesen selbst als guter Grund für sein Vorgehen dünkt, "in Wirklichkeit" ist er von etwas anderem angetrieben - vom nackten ökonomischen Interesse. In unserem Fall: Welches Ensemble an durchaus auch zweifelhaften Motiven das Verhalten der US-Regierung bestimmen mag - missionarisches Eiferertum, ein gewisser militärischer Machismo, imperiale Handlungslogik -, letztlich ist es immer eines, "worum es im Irak wirklich geht"


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