Kommentar: Schwarz-blaues Schülertheater


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

"Es interessiert mich nicht mehr, es ist so infantil", kommentierte Robert Menasse am 21. Februar (so stands im profil) die jüngsten innenpolitischen Ereignisse. Was ihn nicht mehr interessiert, hat der am stärksten nachgefragte Österreich-Denker dann am 22. Februar im Standard nachgereicht. Wieder einmal hat sich die Wirklichkeit nicht an das von Robert Menasse eingesehene Drehbuch der "politischen Logik" gehalten, derzufolge auf Schwarz-Blau eigentlich Schwarz-Grün hätte folgen müssen. Dumm gelaufen!

Aber natürlich hat Menasse Recht, hatte er zumindest am 21. Februar Recht: Es ist infantil. Und es bedarf keiner geschichtsphilosophischen Volten oder Privatkontakte mit dem Weltgeist, um das zu begreifen. Schon nach der letzten Regierungsbildung im Frühjahr 2000 kommentierte Marlene Streeruwitz die permanente Beschwichtigungsrhetorik Wolfgang Schüssels im Falter als "prägenitale" Beruhigung des Staatsbürgers, der möglichst unerregt einschlafen soll. Diese Infantilisierung der

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