WELT IM ZITAT

Kultur | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

Oszillieren mit Karl-Adolf

In einem Reigen, einer szenischen Aneinanderreihung von 64 Bildern erschafft Olga Flor ein oszillierendes Sittenbild zweier Generationen. Kurze, scharfe Sequenzen, die wie Shortcuts aneinander montiert sind, werfen Schlaglichter auf eine bröckelnde Gesellschaft. Nichts stimmt, die Risse laufen quer. Einzig den Marktgesetzen wird Tribut gezollt: Sie sind die Leimruten, die die Handelnden zu Fall bringen.

Die Steirische Verlagsgesellschaft über den Roman "Erlkönig". Inhalt:

Die ältere Generation, personifiziert in den Figuren des Unternehmers Karl-Adolf Maier-Meienstein und seiner schmallippigen Frau, beharrt auf dem Erreichten. Die Haltung verliert man unter keinen Umständen, es sei denn, man kippt in den Wahnsinn. Die Lebensentwürfe der jüngeren Generation verbleiben innerhalb des bloß Reaktiven: Sie schwanken zwischen den Verweigerungsversuchen des Sohnes Titus und der Angepasstheit Elisabeths, der Nichte Karl-Adolfs.

Zwei Merksätze

Auf dem Rücken des Pferdes scheinen so manche Gräben auf einmal überwindbar.

Aus der Zeitschrift Label France.

Man isst nicht nur mit den Augen, man wohnt auch mit den Augen.

Aus Ihr Einkauf.

Könnte man sagen

Es müsste, könnte man nun sagen, im Interesse einer verantwortungsvollen Medien- und Gesellschaftspolitik liegen, gegen diese Fetische, die den Blick verstellen, anzuarbeiten - gesetzt den Fall, es ist nicht im Interesse dieser Politik, quasi auf gleicher Ebene mit Starmania zu agieren oder sich verharmlost auf dieser Ebene verkauft zu sehen.

Kryptisches aus dem Standard.

Meisterwerkel

Statt einem Meisterwerk eine Moritat vom Meisterwerkelmann.

Rudolf John über Martin Scorseses "Gangs of New York".


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