OHREN AUF! 1. Korinther, Kapitel 13

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

Jede empfindsame Seele, die sich an der Best-of-Song-Umfrage des Falter beteiligt hat, hat eine Nummer von Joni Mitchell nominiert oder sich hernach geniert. Warum es die bedeutendste Singer/Songwriterin aller Zeiten, die heuer sechzig wird, doch nicht unter die ersten 31 geschafft hat, liegt nur zum Teil an der Seltenheit empfindsamer Seelen. Es stellt sich auch die Frage: Welcher Song? Die Stücke der gebürtigen Kanadierin sind nämlich oft recht filigrane, für Cover-Versionen eher ungeeignete Gebilde. Versuchen Sie mal, einen Mitchell-Song zu pfeifen (und ich meine jetzt nicht den Refrain von "God Must Be a Boogie Man"!). Nachdem sich Mitchell zuletzt der Interpretation von Jazz-Standards gewidmet hat ("Both Sides Now", 2000), sichtet sie nun auf der Doppel-CD "Travelogue" das eigene Schaffen neu. Insgesamt 22 Songs, von denen genau die Hälfte aus Mitchells wohl fruchtbarster Periode, den Siebzigerjahren, stammt, wurden neu eingespielt, unter Zuhilfenahme eines von Arrangeur Vince


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