Ehret Gott und Gulda

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

MUSIK. Mit "The Complete Musician" schuf sich der Pianist Friedrich Gulda 1978 ein großartiges Selbstporträt. Jetzt wurde das Konzeptalbum wieder veröffentlicht. 

Sie liebten und sie hassten ihn: Beinahe sein ganzes Leben lang sorgte Friedrich Gulda (1930-2000) für Aufregung in den Konzertsälen. Für seine Beethoven- und Mozartinterpretationen wurde er gefeiert wie kaum ein anderer Pianist seiner Generation; seine Verachtung des Musikbetriebs aber, die er in wohlinszenierter Verweigerung immer wieder überdeutlich zum Ausdruck brachte, wurde ihm stets mit gleicher Heftigkeit zurückgezahlt.

  Ob die einst aufrührerische Affinität zum Jazz, die Rückgabe des Beethoven-Rings 1969, sein Nacktauftritt mit Lebensgefährtin Ursula Anders 1981 oder zuletzt, ein Jahr vor seinem Tod, die eigenhändig lancierte Todesmeldung samt anschließender "Auferstehungsparty": Sein Querulantentum wollte Gulda als Ausbruch aus der muffigen Enge des Konzertsaals verstanden wissen; so wie er sich selbst


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