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Kultur | ROBERT ROTIFER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

MUSIK. Mit den Flaming Lips gastiert dieser Tage das Flaggschiff zeitgenössischer Psychedelik am Donaukanal. 

Die Flaming Lips sind eine glückliche Anomalie. Ihre mittlerweile zwanzigjährige Karriere widerspricht jeder kapitalistischen Expansionslogik und will dennoch nicht enden, was umso erstaunlicher ist, als die Band die Hälfte ihrer Laufbahn in der Pflicht eines Major-Labels verbracht hat.

  Die Hits blieben rar ("She Don't Use Jelly", "Race for the Prize"), aber ihr stolzer, künstlerischer Eigensinn hat den Flaming Lips genügend Respekt verschafft, um eine ganze Schule von dankbaren Epigonen zu inspirieren (siehe The Polyphonic Spree, Mull Historical Society und gelegentliche deutliche Zitate in Ed Harcourts Ruvre). Sänger Wayne Coyne - mittlerweile vom in Amerikas eigenartiger Punktradition verwurzelten Space-Hippie zum ergrauten, bärtigen Abbild des heldenhaften Pioniers aus einem Jules-Verne-Roman gereift - steuert seine von zeitgenössischer Technologie angetriebene


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