SPIELPLAN

Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

Zum Küssen gehören immer zwei. Was Männer alles aufführen, um an die begehrten Lippen zu gelangen, kann man dieser Tage gleich zweimal auf der Bühne erleben: Mitleid erregende Kerle überall. Im Volkstheater hat Emmy Werner selbst den Prototyp eines Ladykillers inszeniert: Don Juan. Vor einem schneeweißen Hintergrund treten die Figuren in "Don Juan kommt aus dem Krieg" von Ödon von Horváth wie schwarze Schatten auf. Möbliert ist die Bühne mit wenigen, aus Metall gelöteten Requisiten. Frauen sind die einzigen Farbtupfer in dieser kargen, schwarz-weißen Bühnenlandschaft: 35 von ihnen treten in rascher Szenenabfolge auf, doch keine kann es Don Juan recht machen; er bleibt auf der Suche nach seiner Braut, die er vor dem Krieg verlassen hat. Der Krieg, so heißt es im Stück, habe aus Don Juan einen besseren Menschen gemacht. Davon ist nichts zu sehen. Aber auch das Gegenteil, ein herrlich durchtriebener Kerl, ist nicht in Sicht; dieser Don Juan ist ein ziemlicher Langeweiler. Wenn


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