Love and Death in Space

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

FILM. Steven Soderbergh inszeniert Stanislav Lems Klassiker "Solaris" als stilistisch stimmige Lovestory mit spirituellen Abgründen. 

Stanislav Lem ist schon wieder grantig. Als Andrei Tarkowski 1972 dessen Science-Fiction-Roman "Solaris" (1961) verfilmte, hatte ihn der polnische Autor in Moskau besucht und mit dem sturen "Idioten" (Lem über Tarkowski) drei Wochen lang übers Drehbuch diskutiert, bis er entnervt aufgab. Der Umstand, dass der russische Regisseur im ersten Drehbuchentwurf eine von ihm erfundene Figur eingeschleust hatte und den Film dann auch noch größtenteils auf der Erde spielen lassen wollte, verstörte Lem.

  In einem Punkt müsste Lem eigentlich mit Regisseur Steven Soderbergh zufrieden sein: Er braucht keine vierzig Minuten, um seinen Protagonisten, den Astronauten Chris Kelvin, endlich in den Weltraum zu befördern. Flotter zu sein als Tarkowski, dessen Lem-Adaption immerhin 165 Minuten dauert, ist zwar keine Kunst, aber mit 98 Minuten ist Soderbergh wirklich


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige