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Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 09/03 vom 26.02.2003

KUNST. Ende Februar sperrt die Diskurswerkstätte Depot wieder einmal zu. Schuld daran trägt aber - entgegen mancher Verschwörungstheorie - nicht einfach die schwarz-blaue Kulturpolitik. 

Es war einmal in Wien: An einem Herbsttag des Jahres 1994 ging in einem Hinterzimmer des Messepalasts ein Traum der kritischen Kunstszene in Erfüllung. Mit dem Depot eröffnete vor neun Jahren eine Kunstinstitution, in der keine Ausstellungen, sondern ausschließlich Gespräche und Theorien produziert werden sollten - eine Novität hierzulande. Außer Künstlergesprächen am Institut für Gegenwartskunst der Akademie der bildenden Künste gab es damals nirgends vergleichbare Veranstaltungen. Heute ist das anders: Mittlerweile finden in sämtlichen Kunstinstitutionen der Stadt Künstlergespräche, Vorträge und Symposien statt.

  Nach dem Regierungswechsel 2000 verwandelte sich das Depot in einen "Treffpunkt der Zivilgesellschaft", wie es Depot-Leiter Wolfgang Zinggl formuliert. Die (schon vorher aufgetretenen)


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