Dunkelzone Wachzimmer

Vorwort | FLORIAN KLENK | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

KOMMENTAR. Ein Gericht spricht es aus: Wiener Polizisten foltern. Die nun bekannt gewordenen Fälle bilden die Spitze eines Eisberges. 

Eine Beobachtung am Rande der letzten Opernballdemonstration: Ein Kameramann filmt eine maskierte Polizeieinheit, die schnellen Schrittes vorbeiläuft. Der Journalist steht den Beamten nicht im Wege, er beschimpft sie nicht, er macht seinen Job. Ein vermummter Polizist dieser Spezialeinheit hebt plötzlich seinen Schlagstock und zieht dem Kameramann eins über. Dann taucht der Gesetzeshüter im Gewühl unter. Er trägt weder Namen noch Dienstnummer an seiner Uniform. Ein kleiner, aber exemplarischer Vorfall, der tiefe Einblicke ins Amtsverständnis mancher Wiener Polizisten bietet. Ein Beamter, der Bürger prügelt, fürchtet sich offenbar nicht vor Sanktionen durch seine Kollegen.

  Manchmal müssen sich Polizisten doch fürchten. Etwa wenn sie auf Richter stoßen, die nicht mehr, wie früher öfter geschehen, wegschauen wollen. Dann werden, wie Heinz


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