Das Gesetz schlägt zu

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

FOLTER. Drohungen mit Elektroschocks, Prügel am Wachzimmer, mysteriöse Todesfälle bei Routineeinsätzen, geschönte Protokolle. Wiens Polizei wird in mehreren Fällen mit Foltervorwürfen konfrontiert. Vergangene Woche bekam ein mutmaßliches Opfer erstmals Rückendeckung durch die Justiz. Eine Dokumentation. 

Als Emmanuel K. in seine Zelle im Grauen Haus überstellt wurde, mussten die Beamten für den Untersuchungshäftling einen ungewöhnlichen Speiseplan erstellen. "Nur flüssige Kost", vermerkten die Wärter an seiner Zellentüre. Der 33-jährige Gefangene war offensichtlich nicht mehr fähig, sein Essen selbst zu kauen. "Er konnte", so schildert es sein Anwalt Rudolf Mayer, "nur noch flüssigen Brei mit dem Teelöffel zu sich nehmen". Der Kroate, der vergangene Woche als Drogendealer vor Gericht stand, brachte in den ersten Tagen in Haft seinen Mund nicht auf. "Eingeschränkte Mundstellung nach Kieferprellung", diagnostizierten die Ärzte im Grauen Haus.

  Der malträtierte Kiefer


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