FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

So eine Opernball-Übertragung hat ihren tantigen Charme, wenn man müde am Sofa hängt. Lustig, den Wichtigen und Halbwichtigen beim Treppehinaufdrängen, blöd Herumstehen, schlecht Walzertanzen und Ansaufen zuzuschauen. Flott moderiert von Alfons Haider, dem Mann mit dem klebrigen SchwiegersohnCharme, und Arabella Kiesbauer, die das staatstragende Ereignis erstmals moderierte und alles so machte wie bei "Starmania": also plump-fröhlich und immer auf Tuchfühlung mit dem Gesprächspartner, was bei einem japanischen Konzernchef mit rudimentären Englischkenntnissen seinen Reiz hat. Auch witzig: Kiesbauer zwang Bundestheaterholding-Chef Georg Springer quasi zum Plausch mit "Starmania"-Starlet Vera und ignorierte die Verachtung des Herrn fürs ordinäre Reality-TV. Überhaupt, Kiesbauers englische Konversationen waren im Vergleich zu Haiders Gestammel hochprofessionell. Die Helden des Abends waren allerdings Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz: Wie die beiden vom räudigen Moderatorenkammerl aus feinen Witz in eine humorfreie Veranstaltung bringen - gebt ihnen doch eine Show als Ö1-"Stermann und Grissemann"!


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