Kommentar - Burgtheater heute: Send out the clowns!

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

Vielleicht hat es Klaus Bachler tief in seinem Herzen immer noch nicht verwunden, dass er nach der Matura nicht zum Zirkus gegangen ist. Auch ein Blackout ist nicht ganz auszuschließen: Vielleicht hat der Burgtheaterdirektor ja vorübergehend vergessen, dass er längst nicht mehr an der Volksoper engagiert ist. Zugegeben: Beides ist eher unwahrscheinlich. Aber anders lässt sich schwer erklären, wie ein völlig zu Recht vergessenes Singspielchen wie "Das Feuerwerk", von dem ausschließlich das Lied "O mein Papa" überlebt hat, auf den Spielplan des Burgtheaters geraten konnte (Rezension siehe Seite 60).

Nicht, dass am Burgtheater nur todernste Stoffe gespielt werden dürften; aber wenn man auf pure Unterhaltung setzt, dann sollte es schon auch unterhaltsam sein. Der "Feuerwerk"-Flop wäre dennoch nicht weiter der Rede wert, wenn im Burgtheater nicht schon die gesamte bisherige Spielzeit so wenig zündend verlaufen wäre. Seit Martin KusÇejs altmeisterlicher Horváth-Inszenierung "Glaube


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