SPIELPLAN

Kultur | C. FASTNER / W. KRALICEK | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

Im Barock hatten sies gern auch mal ein bisschen kompliziert. Gleich zwanzig handelnde Personen plante etwa Francesco Cavalli ein, als er 1640 die an sich eher simpel gestrickte Geschichte einer männerresistenten Nymphe und eines ihr hoffnungslos verfallenen Gottes vertonte. Entsprechend eng und unübersichtlich geht es derzeit auf der Bühne der Kammeroper zu, wo "Die Liebe des Apollon und der Daphne" noch bis Ende März zu hören ist. Selbst Regisseur Paul Flieder fand keinen schlüssigen Weg durchs antike Mythendickicht; wirklich störend fällt seine harmlose Inszenierung aber auch nicht auf - dank des musikalischen Personals, das die Produktion überzeugend rettet: Das Ensemble unter der Leitung von Bernhard Klebel sorgt mit historischen Instrumenten und forschem Klang für die Grundlage, auf der vor allem die jungen Solisten Johanna Wölfl und Alexander Plust in den Titelpartien zeigen, was sie können, ohne dabei die nötige ironische Distanz zur ziemlich läppischen Handlung zu


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