SOS Eisberg

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

FILM. Keine Kunst: Im Schikaneder-Kino läuft ein Programm mit Filmen der NS-Regisseurin Leni Riefenstahl. 

Das große Missverständnis, die Filme von Leni Riefenstahl betreffend, liegt darin, sie für "künstlerisch" relevant zu halten. Denn das Gegenteil ist der Fall, ihr gesamtes Ruvre eine ununterbrochene Folge falscher ästhetischer Entscheidungen: Jede Einstellung, jede Kadrage, jeder Schnitt blendet exakt das aus, wo Kunst überhaupt erst beginnen könnte - nicht zuletzt die Verantwortung des Künstlers.

  Für die Wirklichkeit, sagt Riefenstahl gerne, habe sie sich nie interessiert, und so ist es kein Wunder, dass jede ihrer Äußerungen - egal, ob als Filmemacherin oder als Privatperson - auch und vor allem ihre menschliche Unzulänglichkeit dokumentiert. Ihre Unfähigkeit zu trauern ist notorisch. Die, sich dem eigenen Tun zu stellen, aktenkundig. Von ihrer Unfähigkeit als Filmemacherin jedoch überzeugt man sich am besten selbst.

  Leni Riefenstahl, die voriges Jahr ihren


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