"Sieger sind uninteressant"

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 10/03 vom 04.03.2003

LITERATUR. Ein Besuch bei dem serbisch-österreichischen Schriftsteller und Widerstandskämpfer Milo Dor, der am 7. März seinen achtzigsten Geburtstag feiert. 

Das gerade erschienene Buch "Grenzüberschreitungen" von Milo Dor enthält einen Text über den Dichter Paul Celan, den Dor 1949 in Paris besuchte. Damals erfuhren die befreundeten Literaten von einem ausgemusterten GI, der vor einem Tagungsort der Vereinten Nationen ein Zelt aufgeschlagen hatte. Der US-Soldat Garry Davis verlangte von der Weltorganisation, ihm einen Pass als Weltbürger auszustellen, da er sich als solcher fühle. Auf Davis' Verhaftung wegen Ruhestörung reagierten namhafte französische Intellektuelle mit der Gründung eines Komitees, das den Weltbürger Nummer eins schützen und die Idee des Weltbürgertums verbreiten sollte.

  Der staatenlose Rumäne Celan und der staatenlose Serbe Dor machten sich unverzüglich zur Solidaritätsbekundung auf und durften Albert Camus die Hand schütteln; die Weltbürgerbewegung


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige