"Ich bin Josephinist"

FLORIAN KLENK und ARMIN THURNHER | Politik | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

GESPRÄCH. Clemens Jabloner, Präsident des Verwaltungsgerichtshofes und Vorsitzender der Historikerkommission, über die verschleppten Entschädigungen der NS-Opfer, seine Bedenken gegenüber Reformen im Asylrecht, seine Teilnahme bei der Antiregierungsdemonstration und warum alle Beamten Josephinisten sein sollten. 

Clemens Jabloner wirkt erleichtert. Die Historikerkommission, deren Vorsitzender er ist, hat vor kurzem ihren 14.000 Seiten starken Endbericht vorgelegt. In 54 Studien haben sich Zeitgeschichtler erstmals mit dem systematischen Raubzug der Nazis auf dem Gebiet des heutigen Staates Österreich und den Rückstellungen der Republik nach 1945 auseinander gesetzt. Ergebnis: Die Dimensionen des Raubzuges waren gigantisch, das Zaudern der Zweiten Republik bei der Entschädigung beschämend. Opfer wurden in mühsame Zivilverfahren verstrickt, ihr Eigentum ihnen mitunter in ungerechten Vergleichen abgepresst (siehe Falter 9/03). Der Präsident des Verwaltungsgerichtshofes sieht den

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