PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

What goes up, must come down. Vor einem Dreivierteljahr, während der Fußballweltmeisterschaft, feierte die Bild-Zeitung den Tormann noch als "Reinkarnation Siegfrieds". Vor eineinhalb Wochen dann die Schlagzeile: "Kahn betrügt seine im 9. Monat schwangere Ehefrau." Mit einem "Gute-Laune-Mädchen"! Tagelang bringt Bild jedes noch so verschwommene Bild des "Disco-Luders", interviewt jeden noch so verkommenen "guten Bekannten". Dann kriegen die Hamburger plötzlich Mitleid mit der Betrogenen: "Angst um Frau Kahn: Wie verkraftet sie das schäbige Ehedrama?" Wie verkraftet sie den Medienrummel? Sie legt sich ins Spital. Sechs schwangere Frauen dürfen an ihrer Stelle in der Zeitung ihren untreuen Mann runtermachen. Die schwangere Bild-Autorin Birgit Ehrenberg, die von "so einem Mann" immer gerne "Heldenkinder" bekommen hätte, schreibt: "Ich schwärme nicht mehr für ihn. Mir ist sonst nichts Menschliches fremd, aber als Mutter bin ich altmodisch." Nur Bild-Kommentator Franz Josef Wagner - Staberl und Wolf Martin in einem, nur deftiger - hat Verständnis für Olli. Es sei doch so, meint die Boulevardsau: "Sex ist Durchblutung, Rubbeln, Reiben."


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