"Okay, Miles, ich machs!"

KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

MUSIK. Der Saxophonist Wayne Shorter hat Jazzgeschichte geschrieben. Soeben ist sein jüngstes Album erschienen, demnächst gastiert er in Wien. Mit dem "Falter" sprach er über Miles Davis, Joe Zawinul und Saddam Hussein, die Dreistigkeit der Plattenindustrie und die Arbeit mit jungen Musikern. 

Wayne Shorter, der heuer im August siebzig Jahre alt wird (was man ihm nicht annähernd ansieht), ist wahrscheinlich der bedeutendste Saxophonist der Post-Coltrane-Ära. Seine musikalische Sozialisation erlebte der aus Newark/New Jersey gebürtige Musiker in den Bands von zwei der effektivsten Katalysatoren des Jazz: Von 1959 bis 1963 spielte er bei Art Blakey's Jazz Messengers, 1964 kam er als John Coltranes Nachfolger in das legendäre Quintett von Miles Davis, den er auch noch in dessen früher elektrischer Phase (auf Meilensteinen wie "In a Silent Way" und "Bitches Brew") begleitete. Während dieser Zeit schrieb Shorter auch eine Reihe wichtiger Kompositionen für Miles und nahm darüber hinaus

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