Holzkopf, digital

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

FILM. Der Komiker Roberto Benigni machte aus dem Klassiker "Pinocchio" die teuerste One-Man-Show in der Geschichte des italienischen Kinos. 

Eine elfenbeinverzierte Kutsche, die von Dutzenden, digital animierten Mäusen gezogen wird. Aufgeklebte Bärte, polentafarbene Perücken, malerische Sonnenuntergänge und beinahe schmerzhaft kitschige, im Studio mit Liebe zur Künstlichkeit hergestellte Altstadtgässchen: "Pinocchio", geschrieben, produziert und verkörpert vom toskanischen Allrounder und Publikumsliebling Roberto Benigni, schöpft aus dem Vollen, schreit italianita, so laut es geht.

  Was nach Benignis von Publikum und Kritikern geliebter KZ-Tragikomödie "La vita è bella" ("Das Leben ist schön", 1997) wie ein unkonventioneller Schritt aussieht - Märchenfilm statt zeitgeschichtlichem Drama -, macht in Bezug auf den Regisseur und sein Schaffen zwischen Bühne, Rundfunk und Leinwand durchaus Sinn.

  Wenn man Benignis (Real-)Verfilmung von Carlo Collodis (1826-1890) Fortsetzungsroman


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