Übung macht den Führer

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

THEATER. Kein Scherz: Adolf Hitler hatte einen Schauspiellehrer. In der Rabenhof-Produktion "Schüler Hitler" wird eine unbekannte Episode aus der Biografie des "Führers" auf die Bühne gebracht. 

Als der Opernsänger Paul Devrient im Frühjahr 1932 zum ersten Mal einer Hitler-Rede beiwohnte, fand er das Gesehene so abscheulich, dass er beinahe körperliche Qualen litt. "Während die Menge ringsum mit gebannten, ja entrückten Gesichtern Hitler lauscht, schmerzt mich buchstäblich jedes Wort, jeder Ton", erinnert er sich. "Ich werde rot vor Pein, möchte mir die Ohren zuhalten, balle unwillkürlich die Fäuste."

  Eine nachvollziehbare Reaktion. Aber nicht, was Hitler sagte, hat Devrient so verstört - es war die Art, wie er es sagte. Der Bühnenprofi konstatiert "ein geradezu besessenes Sich-hin-und-herbewegen, Händefuchteln, Augenrollen" sowie eine "anormal ,nasse Aussprache', deren Speichelspuren man deutlich gegen das Scheinwerferlicht in den Raum fliegen sieht". Kurz: "Es ist jene


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