Liliom mon amour

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

THEATER. In der Josefstadt spielen sie Franz Molnárs "Liliom", und ich bin wieder schwach geworden. Liebeserklärung an ein Theaterstück. 

Verhöhnt mich, verspottet mich, lacht mich aus. Mir ist es egal, ich kann nicht anders: Immer, wenn ich den "Liliom" sehe, werde ich schwach. Das führt zu peinlichen Situationen: Als Franz Molnárs "Vorstadtlegende in sieben Bildern" vorige Woche in der Josefstadt Premiere hatte, begegnete ich in der Pause einigen Kollegen, die gerade grimmig ihre Eindrücke von der Aufführung austauschten. "Mir gefällt es!", rief ich verzückt, und als die Kollegen bemerkten, dass das mein Ernst war, machte das Stirnrunzeln in ihren Gesichtern einem milden Lächeln Platz.

  Also gut, ich gebe es zu: Ich bin verliebt. Verliebt in "Liliom". Warum man liebt, ist schwer zu erklären. Erstens hat es, glaube ich, mit Wien zu tun. "Liliom" (1909) enthält für mich - wie sonst nur noch Horváths "Geschichten aus dem Wienerwald" (1931) - die Essenz des Wienerischen


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