NÜCHTERN BETRACHTET: Gin mit was drin

Kultur | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

Gin ist eine gute Substanz. Man kann mit ihm allerlei vernünftige Dinge herstellen. Zum Beispiel monovokale Dichtung: "Sissi trinkt Gin-Fizz. Pricklig quirlt ihr Mixdrink. Igitt! spricht Willis Blick. Willi trinkt Gin mit nichts drin. Schlicht: Gin." Das Zitat aus der Bildgeschichte "Prinzip i" stammt von Brigitta Falkner und findet sich in dem Band "Fabula Rasa". Es empfiehlt sich, mit diesem formidablen Buch auch eine Flasche Gin zu erwerben (am besten in einem Geschäft, das beides vorrätig hat; notfalls sollte man aber auch um den Besuch zweier Fachhandlungen keinen allzu großen Bogen machen). Gin muss freilich in jedem Falle als passendes, ja nachgerade ideales Lektürebegleitgetränk gelten. Aus gutem Grund spielt Gin in der Weltliteratur eine so bedeutende Rolle. Ganz spontan fällt mir neben dem zitierten Meisterwerk des heimischen Monovokalismus jetzt noch Raymond Chandlers "The Long Goodbye" ein, währenddessen pausenlos Gimlets getrunken werden (da kommt dann noch Lime-Juice


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