Stadtrand: Vorsicht, Rückbau

Stadtleben | aus FALTER 11/03 vom 12.03.2003

Der in ein künstlich geschaffenes Flussbett gezwungene Wienfluss wird schon seit ein paar Jahren zurückgebaut. Die Gründe dafür sind Hochwasserschutz, Umweltschutz, Renaturierung. Auch die Liesing am südlichen Stadtrand wird gerade in ihr ursprüngliches Bett gelegt. Doch der Rückbau wird nicht ausschließlich bei Flüssen und Bächen angewendet: Auch städtische Gebäude werden zurückgebaut. Zum Beispiel das Kaufhaus Stafa beim Westbahnhof. Das heißt nach einem aufwendigen Umbau vor ein paar Jahren zwar "Eurocenter", wurde mit großem Tamtam eröffnet, floppte als so genannter "Multiflächenstandort" aber so was von. Das Center mit dem Eurologo war meist nur halb besiedelt, selten gut besucht und dann eine Zeitlang überhaupt geschlossen. Nun sind wieder Baufirmen am Werk, bauen die Fassade zurück und neue Rolltreppen rein. Noch diesen Sommer soll die Shopping-Mall in zentraler Bestlage wieder aufsperren. Allerdings wird nicht nur das Gebäude rückgebaut, sondern auch der - in der ganzen Hysterie um die Euroumstellung vergebene - eher negativ besetzte Name. Genau: Das Eurocenter wird wieder Kaufhaus Stafa heißen. Was Stafa bedeutet? Staats-Angestellten Fürsorge-Anstalt. Kein Witz. Und klingt viel schöner als "Euro". C. W.


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