Beschädigtes Imperium

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

AUSLAND. Der Irak-Krieg scheint unvermeidlich. Eine außenpolitische Neuorientierung Europas und der USA ebenso. 

Mag sein, dass sich hartgesottene UNO-Feinde in der amerikanischen Rechten heimlich ins Fäustchen lachen. Für die Regierung Bush ist das klägliche Ergebnis monatelanger Bemühungen um ein grünes Licht der Weltorganisation für einen Waffengang am Golf ein schwerer Schock. Am Höhepunkt seiner militärischen Macht scheitert das Imperium Amerika auf der Bühne der Vereinten Nationen gegen eine Allianz störrischer Mittelmächte und armer Drittweltstaaten. Den Militärschlag glaubt man jetzt erst recht durchführen zu müssen, auch wenn der langfristige Schaden für die weltweite Akzeptanz der internationalen Führungsrolle der USA beträchtlich sein könnte. Aber jungen Imperien fehlt offenbar das Selbstbewusstsein zum beruhigenden Kompromiss, wenn man sich einmal verrechnet hat.

  Das soll keineswegs heißen, dass Großmächte nicht auch früher Kriege geführt hätten,


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