Amerikas schwache Stunde

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

IRAKKRISE. Militärisch unbesiegbar, sind die USA politisch isoliert wie noch nie. Im Krieg um den Krieg haben Frankreich, Deutschland und Russland dem Hegemon eine blutige Nase geschlagen. Am Ende des Waffengangs wird eine veränderte Welt stehen. 

  Noch bevor ein Schuss gefallen war, war deutlich geworden: Wir stehen nicht vor einem welthistorischen Ereignis, wir stehen längst in ihm. Unleugbar ist das Gefühl, schreibt etwa der britische Guardian, dass "die Geschichte sich beschleunigt". Das Irakdrama ist nur der Katalysator für die "Öffnung des amerikanischen imperialen Moments". Der Kampf um die globale Machtbalance ist völlig unverhüllt ausgebrochen und wird vor aller Augen ausgetragen. Und am Ende der Redeschlacht stehen die USA vor einem Kriegseintritt, militärisch unbezwingbar, aber politisch schwer angeschlagen und isoliert wie noch nie - in einer "diplomatischen Sackgasse" (so die New York Times vom Montag).

  Hat nicht der US-Präsident George W. Bush gesagt, die


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