NÖ-LANDTAGSWAHL: Hoher Sieg am flachen Land

Politik | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

Trainierter Bizeps, schlanke Wadeln, Wespentaille und Sprüche wie: "Volle Kraft statt volle Hosen." Mit Erwin Pröll hat die zwölf Zentimeter große Plastikpuppe nur die Halbglatze gemein. Der "Lowlander" soll die niederösterreichischen Jungwähler bei der Landtagswahl am 30. März trotzdem in Scharen zur ÖVP treiben. Am Vorabend der EU-Erweiterung brauche es einen starken Mann, der den "erfolgreichen Weg Niederösterreichs" fortsetzt, suggerieren die Schwarzen. Mit Erfolg: In den Umfragen kommt die ÖVP auf 55 Prozent.

  Das Wahlrecht kommt dem Landeshauptmann entgegen: Person sticht Partei, lautet die Regel. Wer also zum Beispiel die SPÖ ankreuzt, aber dem mit Abstand bekanntesten Politiker des Landes, Pröll, seine Vorzugstimme schenkt, der wählt ÖVP.

  Die Grünen stellen mit ihrer ehemaligen Parteichefin Madeleine Petrovic ebenfalls eine Promi auf. Die eher unbekannte SPÖ-Landesrätin Heidemaria Onodi versucht aufzuholen, indem sie mit einem Bus durchs Land tingelt. Beide Parteien setzen auf eine ähnliche Wahlkampfstrategie: In Niederösterreich sei nicht alles schlecht, aber manches verbesserungswürdig. Für die Grünen sind das der Klimaschutz und die Ernährung, für die Roten das Gesundheitswesen, die Infrastruktur und der Arbeitsmarkt für Jugendliche.

  Die zerstrittenen Freiheitlichen setzen auf das Thema Kontrolle. Pech: Mit einem - nicht rechtskräftigen - Urteil wurde vergangene Woche der Rosenstingl-Skandal wieder aufgekocht.


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