PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

Arme Kronen Zeitung. Da gewinnt ein Anarchist die Österreich-Ausscheidung zum Songcontest. Singen kann er nicht. Fesch ist er auch nicht. Aber sein Lied handelt von "Haserln", "Katzerln" und "Bärn", welche die Krone ja auch sehr lieb hat. Außerdem war das Votum des Publikums für Alf Poier eindeutig. Und Mehrheiten hat die Krone fast so gerne wie Tiere. Also tat sie sich schwer dabei, zu entscheiden, ob sie Poier jetzt gut oder schlecht findet. "Für Österreich eine Schande?", fragte sie ratlos auf der Seite 1 der Sonntagsausgabe. Und anwortete auf der vorletzten Seite kryptisch: "Das Lied spricht ,für' sich". In so einem Fall hilft nur mehr eine Straßenumfrage. Einhelliger Tenor: "Witzig ist der Alf Poier auf jeden Fall." Die linke Zeitung Malmoe ist sich in ihrem Urteil da schon sicherer: "Es ist Ironie in der bösesten Form", heißt es in der Online-Ausgabe: "Eine Ironie, die den Songtitel ,Weil der Mensch zählt' nicht auf zynische Politik-Slogans anwendet, sondern auf die armen Viecherln, die darunter leiden, dass ,nur der Mensch zählt'. Ein Lied wie von Maggie Entenfellner aus der Tierecke." Und was sagt der Falter? Mäh!


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