RATTLES BEETHOVEN: Facettenreiche Verfeinerung

Kultur | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

Sagen wir so: Was die Streif für Skifahrer ist oder Monte Carlo für Formel-1-Piloten, das sind Beethovens neun Sinfonien für Dirigenten und Orchester. Wer sich dieser rund 340 Minuten Musik annimmt, stellt sich nicht nur einem der komplexesten sinfonischen Gesamtwerke, sondern auch dem direkten Vergleich mit neunzig Jahren auf Tonträger dokumentierter Interpretationsgeschichte: Seit Arthur Nikisch und die Berliner Philharmoniker 1913 zum ersten Mal eine Beethoven-Sinfonie (die Fünfte) eingespielt haben, lässt sich an keinem anderen Beispiel der Wandel der Interpretationsansätze, Klangideale und Tempovorstellungen so fokussiert nachvollziehen und leidenschaftlich diskutieren - vom romantisch-pathetischen Ausdruck des 19. Jahrhunderts, wie er zu Nikischs Zeiten noch üblich war, über den von Herbert von Karajan forcierten Breitwand-Schönklang der Siebziger bis hin zu den Revolutionen der Originalklangbewegung um Nikolaus Harnoncourt und John Eliot Gardiner oder Ausnahmeerscheinungen


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