Das Tier in dir

KARIN CERNY | Kultur | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

PERFORMANCE. Der Allroundkünstler Jan Fabre steckt seine Akteure in bizarre Tierkostüme. Im Tanzquartier fließen Schweiß und andere Körperflüssigkeiten. 

Der Zeichner Jan Fabre zog ins Theater ein wie ein Gladiator in ein dösendes Puppentheater", hat der Kritiker Arnd Wesemann einmal geschrieben. Zwar beharrte der Flame, der Mitte der Achtzigerjahre europaweit durchstartete, auf der konventionellen Guckkastenbühne, aber was auf dieser Bühne passierte, das hatte man in einer solchen Intensität noch nicht erlebt. Fabre ließ seine Performer, die er "Krieger der Schönheit" nannte, konsequent wie später nur noch Einar Schleef eine Ewigkeit laut deklamierend auf der Stelle laufen, bis ihnen der Schweiß in Strömen den Körpern herabrann. Die Zuschauer sollten die Anstrengung fast physisch miterleben: Ein junges Mädchen versuchte zwanzig Minuten lang auf die Bühne zu klettern - kaum hatte sie es geschafft, wurde sie wieder hinuntergestoßen.

  Das Werk des mittlerweile 44-jährigen

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