Es war einmal die Zukunft

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 12/03 vom 19.03.2003

KUNST. Am Beispiel Budapests und des Futurismus beleuchten Ausstellungen im Palais Harrach und im Kunstforum die Dynamik kultureller Modernisierung. 

Mein lieber Iván. In Wien blieb ich ungefähr sechs Wochen", schrieb László Moholy-Nagy an seinen Freund Iván Hevesy am 5. April 1920 aus Berlin. "Eigentlich faulte ich dahin, denn es schien, als ob niemand sonst etwas anderes tun könne." Wie viele andere, die sich in den 133 Tagen der Räterepublik 1919 in den Dienst der revolutionären Sache gestellt hatten, war der spätere Bauhaus-Künstler vor den Erschießungskommandos der ungarischen Konterrevolution geflüchtet - und vorübergehend in Wien gelandet.

  Die Tatsache, dass ein Großteil der ungarischen Exilanten dem Beispiel Moholy-Nagys folgte und in das unvergleichlich weltoffenere Berlin weiterzog, wird in der Ausstellung "Zeit des Aufbruchs - Budapest und Wien zwischen Historismus und Avantgarde" im Palais Harrach diskret übergangen. Immerhin war Österreichs einzige Avantgardezeitschrift


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